Schwarzes Taxi in Lissabon
Zu Beginn der neunziger Jahre kam jemand auf die Idee, die Lissabonner Taxis farblich den deutschen Taxis anzupassen - in Elfenbein-Beige. Prinzipiell keine schlechte Idee, denn seinerzeit waren die wenigsten Taxis mit einer Klimaanlage ausgestattet und obgleich das Dach bereits hellgrün war, heizte sich im Sommer bei Temperaturen um die dreißig Grad Celsius ein schwarzlackiertes Auto unerträglich auf.
So wurde flugs ein Gesetz geschaffen, dass die Umlackierung der über 3000 Taxis in Lissabon vorsah. Dies führte naturgemäß zu Protesten, da ein Lissabonner Taxiunternehmer eine Komplettlackierung seines Fahrzeuges nicht gerade aus der Portokasse zahlen kann. Was wiederrum zusammenhängt mit der Unzahl von Konzessionen, die von der geldhungrigen Stadtregierung über Jahre hinweg verschwenderisch vergeben wurden. Oder sollte die Idee gewesen sein, die Wartezeiten für Fahrgäste extrem gering zu halten...?
Wie so häufig, endete der Streit so, dass der Lackierzwang bis auf weiteres ausgesetzt wurde. So kann sich bis heute jeder Taxiunternehmer aussuchen, ob er der Öffentlichkeit seine Droschke im klassischen schwarz-mintgrün oder im ordinären Elfenbein-Beige präsentiert.
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