In der Alfama
An dieser Stelle ist die Schienenstrecke der Linie 28 eingleisig. Noch Anfang der neunziger Jahre gab es hier keine Ampelregelung sondern eine Maßnahme zur Vollbeschäftigung. Links in dem Hauseingang saß eine Person mit einem runden Schild, die eine Seite rot, die andere Seite grün. Ein paar Meter weiter saß im Eingang eines Krämerladens eine weitere, zumeist weibliche Person mit einem gleichen Schild und signalisierte der ersten Person, ob nun in Gegenrichtung eine Straßenbahn nahte oder nicht - und umgekehrt.
Die Verkehrsregelung klappte damals auf diese Weise zu 95 Prozent einwandfrei. Die restlichen 5 Prozent kamen dadurch zustande, dass den beschäftigten Frauen die Tätigkeit wohl im Laufe der Zeit zu eintönig wurde und sie sich ein Gespräch der Nachbarinnen aufdrängen ließen, was sie ablenkte.
So musste denn regelmäßig eine der Straßenbahnen wieder rückwärts fahren, was dadurch pikant war, weil meistens bereits eine Autoschlange hinter ihr stockte.
Das gibt es heute nicht mehr. Doch es gibt einen Trost. Die Ampeln fallen alle paar Monate wegen eines technischen Defektes oder wegen Stromausfalles aus. Dann kommt schnell ein Verkehrspolizist auf einem Moped und regelt den Verkehr und es ist fast so wie früher...
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